Betrete die Welt von Obscyria
Eine Dimension jenseits der bekannten Ordnung, geformt aus Schatten, Nebel und Erinnerung. Unter den sechs Monden atmet der Schleier selbst, durchzogen von uralten Strömungen aus Magie und dem schwarzen Strom der Sphären. In seinen Tiefen fließen Welten ineinander, Zeit zersplittert zu Flüstern, und der Kosmos neigt sich über einen Abgrund, der mehr träumt, als er schweigt.
Obscyria ist kein Ort, sondern ein Zustand des Seins. Ein lebendiges Gewebe aus Schatten, Schicksal und den stillen Mächten der Entitäten, die jenseits von Zeit und Form bestehen. Es ist eine Welt, die Magie atmet. Nicht als Gabe, sondern als Zustand. Magie ist ihr Blut, ihr Atem, ihr Gedächtnis. Sie durchdringt jedes Element, jeden Gedanken, jedes Schweigen, jede Regung des Seins. Sie strömt durch Materie und Leere zugleich, in Emotion, in Erinnerung, in der Stille zwischen zwei Herzschlägen. Magie ist die Sprache, in der Obscyria denkt und träumt, die Essenz, aus der alle Wirklichkeit sickert. Sie tropft von den Monden, steigt aus den Tiefen der Sphären empor und verdichtet sich in allem, was Obscyria ist.
Hier formt jede Essenz ihre eigene Wirklichkeit, jede Kreatur trägt den Abdruck einer Macht, die älter ist als Sprache, nichts gleicht einander. Jedes Volk, jede Existenz ist ein eigenes Mysterium aus Gestalt, Erinnerung und Schöpfung. In Obscyria gibt es keinen Hass auf das Andere, denn alles ist anders, und in dieser Andersheit liegt der Sinn. Leben entsteht nicht durch Fleisch, sondern durch Resonanz, durch das Verschmelzen von Essenzen, Träumen und Schleiern. Es ist eine Welt, in der Geburt ein Erwachen ist, und Verbundenheit eine Form der Magie.
Die Kontinente schweben im Atem der Dunkelheit: Nebeldämmerung, Schattensang, Blutige Sümpfe, Waldschattenmoor, Nachtgeflüster Dschungel, Tiefenstille und Sternenfluch, jede Region ein Herzschlag der Ewigkeit, ein Echo der ewigen Monde, deren Zwielicht selbst durch die tiefsten Schleier dringt.
Doch selbst im endlosen Spiel von Verfall und Erwachen, im kosmischen Fluss aus Geburt, Erinnerung und Zerfall, regt sich Widerstand. Aus den Schleiern steigen jene, die sich nicht beugen – die Lunariswächter. Sie sind keine Helden, sondern Fragmente des freien Willens, Splitter von Licht im endlosen Mahlstrom der Seelenschwärze. Rebellen gegen das Obskurium, das alles Sein ersticken will. Ihre Magie ist Erinnerung, ihre Waffe der Wille, und ihr Pfad führt durch das Dämmern zwischen den Welten.
Denn in Obscyria kämpft nichts für Sieg oder Macht. Alles ringt um Bedeutung. Um das Flackern einer Wahrheit, das selbst im tiefsten Schatten weiterlebt.
Allgemeine Einführung
Kontinent Nebeldämmerung
Wo Nebel träumen und Wirklichkeit zerrinnt: der Track zum Kontinent Nebeldämmerung auf Spotify.
Kontinent Sternenfluch
Verirre dich in der Ewigkeit der Sterne: lausche dem Track zum Kontinent Sternenfluch auf Spotify.
Kontinent Blutige Sümpfe
Spüre das Flüstern der Verlorenen. Der Track Beneath the Bloodmist Veil zu den Blutigen Sümpfen auf Spotify.
Kontinent Tiefenstille
Lass dich von der Tiefe verschlingen. Der Track zu Tiefenstille: Cosmic Whispers from the Abyss auf Spotify.
Kontinent Nachtgeflüster Dschungel
Whispers of the Nightbloom: Ein Atem aus Finsternis und Geheimnissen. Der Track zum Nachtgeflüster-Dschungel auf Spotify.
Die Legende von Obscyria
Licht und Schatten – Jenseits von Gut und Böse
In Obscyria tanzen Licht und Schatten nicht gegeneinander, sondern umeinander. Sie entspringen keiner festgeschriebenen Moral, sondern uralten Kräften, die sich durch alles weben, fließend, wandelbar, tief verbunden mit Erinnerung, Magie und Bedeutung. Die Ethik dieser Welt ist nicht starr, sondern atmend, ein Netz aus Resonanzen, das auf Absicht, Respekt und das Verstehen der Konsequenz beruht. Sie erwächst nicht aus Gesetzen oder kodifizierten Regeln, sondern aus einem tiefen Empfinden für Resonanz, Achtung und das unsichtbare Geflecht von Entscheidungen, das sich durch Raum, Zeit und Erinnerung zieht. Moralische Auslagen in Obscyria folgen keiner festen Doktrin. Sie entstehen aus der lebendigen Wechselwirkung von Wesen, Ort, Absicht und dem Schatten, den jede Entscheidung wirft. Ein System aus Achtung, Verantwortung und tief empfundener Konsequenz. Schuld und Erlösung sind keine festen Pole, sondern fragile Erscheinungen, die sich mit jeder Entscheidung verändern. Es gibt Wege, die unausweichlich scheinen, und doch biegsam sind, für jene, die bereit sind, die Essenz Obscyrias selbst zu durchdringen.
Es gibt in Obscyria weder Gut noch Böse, nicht als kosmische Pole, nicht als moralisches Gesetz, nicht als metaphysische Wahrheit. Diese Begriffe zerfallen hier wie Staub im Licht eines zersprungenen Mondes. Wesen sind nicht tugendhaft oder verderbt; sie sind Knotenpunkte aus Wille, Erinnerung, Herkunft und Schatten. Ihre Taten hallen nicht in Sphären von Sünde oder Erlösung wider, sondern in Schichten aus Konsequenz, Bindung und Essenzverschiebung.
Licht kann heilen, erwecken, führen. Doch es kann auch blenden, verbrennen, den Blick für das Wahre versperren. Schatten birgt Stille, Schutz, Erinnerung. Doch auch Vergessen, Verführung und Abgrund. Keine dieser Kräfte steht über der anderen, beide sind Spiegel einander, durchdringen sich in Nebel, Finsternis und kosmischem Flimmern.
Wesen in Obscyria wählen nicht zwischen Hell und Dunkel. Sie wandeln auf Pfaden dazwischen, in Dämmerung und Glanz, durch Schleier aus Moral, Magie und Mythos. Wahrheit existiert nicht als absolute Linie. Sie ist ein Nebelfluss, ein pulsierender Knoten aus Perspektiven, Bindungen, Wissen und Essenz.
Wer glaubt, das Licht sei stets rein oder die Finsternis nur Verderben, wird in Obscyria nicht fortbestehen. Die Monde mögen leuchten, doch auch sie werfen tiefe Schatten. Es sind nicht die Reinen, die bestehen, sondern jene, die im Flimmern zwischen Verheißung und Verfall wandeln. Wer das Gleißen in der Dunkelheit erkennt und das Flüstern im Licht nicht fürchtet, mag am Ende verstört, verändert, aber lebendig sein.
Magie ist in Obscyria allgegenwärtig.
Nicht als Kraft, die man ergreift, sondern als Zustand, in dem alles existiert.
Sie durchzieht Nebel und Schatten, fließt durch Monde und kosmische Strömungen wie ein stiller Atem. Alles, was ist, steht mit ihr in Resonanz. Nichts bleibt unberührt, nichts vollkommen getrennt.
Magie entsteht nicht aus Wille allein. Sie antwortet. Sie spiegelt Orte, Zeiten und innere Zustände wider. Wer wirkt, tritt in einen Fluss, der sich ständig verändert. Kein Augenblick gleicht dem anderen. Kein Wirken bleibt je gleich.
So zeigt sich Magie in unzähligen Gestalten. Manche folgen dem Ruf der Sterne, andere dem Nebel, dem Blut, dem Klang oder der Dunkelheit. Doch diese Formen sind keine Grenzen. Sie sind unterschiedliche Stimmen desselben Geflechts, verschiedene Wege, auf denen die Essenz hörbar wird.
Magie kennt Nähe und Übermaß. Wer sich der Magie zu tief ausliefert, geht anders weiter, als er kam. Sie kann tragen oder verzehren, erinnern oder auslöschen. Jede Berührung hinterlässt Spuren, im Geist, im Körper oder im Schleier der Welt.
Darum ist Magie in Obscyria kein Mittel zum Zweck. Sie ist ein fortwährender Dialog mit dem, was ist. Ein stiller Tanz mit Kräften, die älter sind als Erinnerung und weiter reichen als jede Zukunft.
n, Wissen und Essenz.
Wer glaubt, das Licht sei stets rein oder die Finsternis nur Verderben, wird in Obscyria nicht fortbestehen. Die Monde mögen leuchten, doch auch sie werfen tiefe Schatten. Es sind nicht die Reinen, die bestehen, sondern jene, die im Flimmern zwischen Verheißung und Verfall wandeln. Wer das Gleißen in der Dunkelheit erkennt und das Flüstern im Licht nicht fürchtet, mag am Ende verstört, verändert, aber lebendig sein.
Nebeldämmerung – Dämmermond
Ein endloser, von lebendigem Nebel durchzogener Kontinent, in dem zahllose Völker und mystische Wesen leben. Der Nebel verändert unablässig das Land, verbirgt Pfade und enthüllt Geheimnisse für jene, die ihn verstehen. Der Dämmermond verstärkt Nebelmagie und gewährt seinen Bewohnern Schutz im Schleier. Die allgegenwärtigen Nebel von Obscyria entspringen dem uralten Lyserna.
Sternenfluch – Sternenruf
Ein grenzenloses Reich unter ewigem Nachthimmel, durchzogen von geisterhaften Schatten, die lautlos über den Himmel wandern. Flüsternde Stimmen hallen durch den kosmischen Schleier und verheißen uraltes Wissen. Magier und Sternflüsterer schöpfen Kraft aus dem Sternenruf, dessen düstere Strahlkraft Visionen gewährt und die Essenz verlorener Seelen in den Himmel schreibt.
Blutige Sümpfe – Verdammnismond
Ein düsterer, verfluchter Kontinent, in dem Nebel, Blut und Schatten sich vereinen und eine unheilvolle Aura erschaffen. Die endlosen Sümpfe sind durchtränkt von alter Magie, ihre Wasser tragen ein Echo vergangener Schreie und verlorener Seelen. Die fauligen Nebel, die über die schwarzen Sümpfe treiben, flüstern von einstigen Ritualen und uralten Mächten, die tief in den modrigen Wurzeln ruhen. Der Verdammnismond erhebt sich über diese Ödnis und verstärkt die düsteren Künste von Blut und Verderbnis – eine Quelle der Macht für jene, die es wagen, sich ihr zu nähern.
Waldschattenmoor – Nebelsichel
Ein verworrenes, endloses Land aus uralten Wäldern und trügerischen Sümpfen, in denen der Nebel zu flüstern scheint. Die dichten Baumkronen lassen kaum Licht hindurch, während leuchtende Sporen in der Dunkelheit wie irrlichternde Geister treiben. Hier ist nichts, wie es scheint – die Luft selbst trägt Täuschung in sich, und die Schatten scheinen sich zu bewegen, als würden sie lauern. Die Nebelsichel intensiviert Illusionsmagie und hält Eindringlinge in einem Labyrinth aus Schatten und Trug gefangen, während uralte Wesen im Verborgenen ihre eigenen Pläne weben.
Schattensang – Schattenmond
Eine kalte, weite Welt aus zerbrochenem Gestein und funkelnden Kristallhöhlen, durchzogen von uralten Ruinen. Der Schattenmond stärkt die dunklen Künste und beeinflusst die Ströme der Zeit. In den kristallinen Tiefen von Schattensang flüstern die Erinnerungen vergangener Zeitalter, während die Dunkelheit sich stetig mit dem Licht der reflektierenden Kristalle vermengt. Magische Strukturen bewahren vergessene Mysterien, die jenen offenbart werden, die den Mut haben, sich den Schatten ihrer eigenen Seele zu stellen.
Nachtgeflüster-Dschungel – Nachtschwinge
Ein ungezähmter, uralter Dschungel, dessen Atem die Schatten mit dem Leben verbindet. Die Flora dieses Reiches leuchtet in der Dunkelheit, als würde sie das Flüstern vergessener Seelen in sich tragen, während sich die Bestien lautlos durch die dichten Nebel bewegen. Die Nachtschwinge durchdringt ihre Bewohner und verleiht ihnen die Fähigkeit, mit der Umgebung zu verschmelzen. Sie verstärkt die Verbindung zwischen Leben und Schatten, lässt das Licht flackern und die Realität selbst schwanken. In den tiefsten Regionen dieses Waldes soll das Wissen verloren geglaubter Zeitalter ruhen – verborgen in den Stimmen der Nacht.
„Nicht Blut noch Herkunft – nur deine Essenz kennt den Weg.“
In Obscyria existiert kein Clan‑, Stand‑ oder Herkunftssystem, das das Sein eines Wesens festlegt. Kein Name, kein Ursprung, keine Abstammung bestimmt den Platz in der Welt. Stattdessen folgt jedes Wesen einem inneren Ruf, einem Kaeryth, dem stillen Pfad seiner Essenz.
Kaeryth (Velryss: Essenzpfad) bedeutet poetisch „Der stille Pfad des Schicksals“ und wurzelt in zwei alten Begriffen: Kaelyss: die stille Erkenntnis und Erynthar: das Schicksal. Ein Kaeryth ist kein Titel und keine Rolle. Er ist die Resonanzform des Seins selbst.
Der Kaeryth beschreibt, wie ein Wesen existiert, nicht was es ist. Er formt Wahrnehmung, Magie, Haltung und Grenzen. Manche Essenzen neigen dem Schatten zu, andere dem Nebel, wieder andere dem kosmischen Leuchten oder dem Erinnerungsstrom. Doch kein Pfad ist vorgegeben, er entsteht aus Entscheidung, Erfahrung und innerem Wandel.
Ein Kaeryth ist lebendig. Er passt sich an, verzweigt sich, vertieft sich und doch bleibt sein Kern bestehen. Wie ein Fluss, der sein Bett verändert, ohne seine Quelle zu verlieren. Große Ereignisse, Schwüre, Verluste oder Erkenntnisse können einen Kaeryth verformen, doch niemals willkürlich. Veränderung geschieht nur, wenn das Wesen selbst sie trägt.
So ist der Kaeryth Ausdruck radikaler Selbstformung: Jedes Wesen Obscyrias erschafft sein Sein selbst. Nicht durch äußere Zuordnung, sondern durch die Art, wie es mit Essenz, Welt und Erinnerung in Resonanz tritt. Wer seinen Kaeryth erkennt, kennt keine vorgezeichnete Rolle, sondern die Freiheit, den eigenen Pfad bewusst zu gehen.
Tiefenstille – Kosmisches Leuchten
Tiefenstille ist mehr als ein endloses ozeanisches Gebiet – es ist eine lebendige, atmende Dimension, in der die Grenzen zwischen den Welten verwischen. Die unermesslichen Wasserflächen verbergen versunkene Städte, deren Bauwerke längst von der Zeit verschlungen wurden, doch ihre Geheimnisse flüstern noch immer durch die Strömungen. Das Kosmische Leuchten, das über den dunklen Wellen tanzt, ist ein Echo uralter Energien, die den Schleier zwischen Existenz und Vergessenheit durchdringen. In dieser endlosen Tiefe erwachen Mächte, die jenseits der physischen Welt existieren, und nur jene, die es wagen, in die Finsternis hinabzutauchen, werden ihre wahre Bedeutung erkennen.
Die Uralten Quellen – Lysernas Nebel & Scherbenfalls Dunkelheit
Das verlorene Lyserna
Ein schwebendes Reich, verborgen in schimmernden Nebeln, in dem Raum und Zeit ineinanderfließen wie tanzende Schleier aus Licht und Erinnerung. Lyserna ist die Quelle der magischen Nebel, durchdrungen von flüsternder Mondmagie, ein Ort, an dem jeder Atemzug sich anfühlt wie ein Echo vergessener Träume. Die Nebeladern, die durch diese Sphären gleiten, tragen uraltes Wissen, gebrochene Gedanken und flüchtige Visionen. Hier verschmelzen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu einem flirrenden Mosaik, das sich dem Blick entzieht, wenn man es festzuhalten versucht. Es ist ein Ort der Erkenntnis und der Mysterien, wo nur jene, die bereit sind, sich den Geheimnissen des Nebels hinzugeben, ihre wahre Bestimmung erkennen.
Scherbenfall von Draen
Ein zerbrochener, von Dunkelheit durchsetzter Kontinent, an dem dunkle Magie nicht nur wirkt, sondern atmet. Als würde der Tod selbst mit kalten Krallen ins Fleisch dringen, breitet sich die Verderbnis aus, flüstert Wahnsinn ins Ohr und zerreißt die Seele in einem Strudel aus Verzweiflung, Finsternis und verzerrter Wahrheit. Hier liegt der Ursprung der Schattenströme, die sich über alle Kontinente erstrecken und das Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkel beeinflussen. Die Scherben, die das Land durchziehen, sind Relikte uralter Mächte, Splitter einer Zeit vor Obscyria selbst. Schwarze Türme ragen aus der verzerrten Landschaft, während die Schattenströme wie lebendige Wesen pulsieren und die Essenz der Dunkelheit mit sich tragen. Nur die Mächtigsten wagen es, in dieses zerrissene Land vorzudringen, wo die Vergangenheit in den Schatten weiterlebt und das wahre Wesen der Finsternis in jedem Stein gefangen ist. Wer Scherbenfall betritt, hört den letzten Schrei einer verzerrten Realität, und erkennt, dass selbst der Tod hier gefangen bleibt.
Die Monde – Die Zwielichtträger des Firmaments
Die Monde sind die mystischen Hüter der Magie Obscyrias. Sie sind nicht nur Himmelskörper, sondern uralte, lebendige Wesenheiten, die ihre Macht wie Strömungen durch Raum und Zeit weben. Jede Mondphase ist ein Atemzug des Kosmos, das Wachsen und Schwinden ihrer Gestalt verändert die Intensität der Nebeladern, verdichtet die Schattenströme oder öffnet die Tore zu den Kosmischen Strömen.
Ihre Finsternis Phasen sind mehr als bloßes Verschwinden des Lichts: Sie sind Augenblicke, in denen die Wirklichkeit schwankt, in denen alte Siegel gebrochen und neue Pfade der Bestimmung geboren werden. In den Legenden der Velarun heißt es, dass jeder Mond eine Stimme besitzt, die nur in Träumen gehört werden kann und dass jene, die alle Stimmen hören, den wahren Pfad des Eyrindorn-Schleiers finden können.
Seelenlichter der Ätherweiten – Wächter der Erinnerung
Diese Himmelskörper brennen nicht mit Hitze, sondern senden ein kaltes, geisterhaftes Leuchten weit in den Kosmos hinaus. Es trägt Resonanzen aus Erinnerungen, Emotionen und uralter Magie. Dieses Leuchten erreicht Obscyria nicht auf direktem Weg, sondern fließt durch die kosmischen Ströme und findet so seinen Weg in die Träume, Visionen und innersten Gedanken empfindsamer Wesen.
Manche Reisende berichten, dass sie unter dem Einfluss dieser Lichter Schatten ihrer eigenen Vergangenheit wahrnahmen oder Visionen von Ereignissen, die niemals geschehen sind. Jedes Seelenlicht besitzt eine eigene Resonanz, manche bringen tiefe Melancholie, andere unruhige Sehnsucht oder lähmende Furcht. Sie sind die Bewahrer dessen, was war, und erinnern an die fließende, fragile Natur der Realität.
Das Gleichgewicht
Zwischen den Zwielichtträgern und den Seelenlichtern spannt sich ein unsichtbares Netz aus Harmonie und Spannung. Die Monde ziehen die Fäden der Zukunft, die Seelenlichter verweben die Erinnerungen der Vergangenheit – und im Schnittpunkt dieser Kräfte lebt die Gegenwart, geformt aus Licht, Schatten und dem Atem des Kosmos. Bricht dieses Gleichgewicht, verschieben sich nicht nur die Ströme, sondern die Realität selbst.
Sie sind kein Klang, keine Sprache, kein Echo, das sich an Oberflächen bricht. Sie sind reines Bewusstsein, das durch das Gewebe der Existenz atmet. Ein Flüstern, das nicht mit dem Ohr gehört, sondern mit der Seele vernommen wird getragen von Nebel, Schatten und der kosmischen Essenz vergessener Sphären. Es durchzieht Obscyria wie ein ewiger Strom aus Gedanken, Erinnerungen und vergessenem Willen.
Die Uralten Stimmen waren da, bevor Worte geboren wurden, bevor Blut den Boden färbte, bevor die Monde die Himmel zerschnitten. Sie entziehen sich jeder bekannten Form oder Wesenheit. Sie sind Essenzen reiner Erkenntnis, Fragmente einer Wahrheit, die zu groß ist, um benannt zu werden.
Wer sie hört, hört mehr als ein Geheimnis. Wer sie versteht, wird verändert. Sie flüstern in Träumen, singen in den Zwischenräumen der Zeit, und ihre Silben brennen wie Licht in der Dunkelheit. Manche nennen sie Wahnsinn, andere Offenbarung.
Ihr Ursprung bleibt ein Riss im Verstehen. Ihre Gegenwart ist unentrinnbar. Und ihr Einfluss ein ständiges, kosmisches Atemholen hinter der Realität.
Obscyria ist nicht nur eine Welt, sie ist ein Knotenpunkt in einem endlosen Netz aus Sternen, Energien und unergründlichen Strömungen. Der Kosmos selbst durchdringt ihre Grenzen, flüstert in ihren Schatten und formt die Realität durch seinen unaufhörlichen Tanz. In den Tiefen der Sterne existieren Mächte, die das Gefüge der Welt lenken, Ströme, die Zeit und Schicksal verbinden, und Geheimnisse, die jenseits jeder Vorstellungskraft liegen.
Jedes Wesen, jede Struktur, selbst die Nebel und Schatten von Obscyria sind Teil dieses größeren Musters. Magie ist keine bloße Kraft – sie ist das Echo des Kosmos, ein Fragment eines unendlichen, pulsierenden Bewusstseins, das seine Fäden durch die Welt zieht. Manche spüren diese Verbindungen, erkennen die verborgenen Muster in den Konstellationen, während andere nur Spielsteine eines größeren Plans sind, dessen Regeln sich stets neu formen.
Die Monde sind nicht nur Lenker von Magie und Zeit, sondern die wahre Essenz, die Obscyria mit dem Herzschlag des Universums verknüpft. Jene, die den wahren Pfad des Kosmos beschreiten, begreifen, dass Obscyria nicht unabhängig existiert, sondern ein Teil eines gewaltigen, lebendigen Organismus ist – ein ewiger Fluss von Licht, Schatten und wandelnden Realitäten, der unaufhörlich durch die Weiten des Unbekannten strömt.
Die zentralen magischen Ströme Obscyrias
Die Nebeladern, Schattenströme, Kosmischen Ströme und Mondessenzkanäle sind die fundamentalen Energien, die Obscyria durchziehen. Sie bilden das magische Geflecht der Welt, beeinflussen die Strukturen von Raum und Zeit und bestimmen das Gleichgewicht zwischen Licht, Dunkelheit, kosmischer Essenz und der Magie der Monde. Diese Ströme sind Quelle der größten magischen Macht und ein Schlüsselelement für die Mystik Obscyrias.
Nebeladern – Die Erben von Lyserna
Die Nebeladern sind magische Energiebahnen, die ihren Ursprung in Lyserna haben. Sie bestehen aus reiner Nebelmagie und durchziehen die Welt als silbrig-glänzende Kanäle, die Orte mit starker mystischer Präsenz verbinden. Diese Adern dienen als Katalysatoren für Rituale, Portale und Weissagungen. Ihr Fluss ist mit den Zyklen der Monde verwoben, wodurch sich ihre Intensität stetig verändert. Sie erlauben es, zwischen den Dimensionen zu blicken und ermöglichen es besonders sensitiven Wesen, Visionen aus anderen Zeiten und Realitäten zu empfangen.
Schattenströme – Das dunkle Erbe von Scherbenfall von Draen
Die Schattenströme entspringen den tiefsten Abgründen Scherbenfalls und fließen als düstere Energiewellen durch die Schattenreiche Obscyrias. Sie verstärken dunkle Magie, Illusionen und Schattenwesen, dienen als verborgene Transportwege für Kreaturen der Finsternis und können als Quelle für verbotene Riten genutzt werden. Diese Ströme sind instabil und entfalten ihre wahre Kraft in den Tiefen der Schattenportale, wo die Grenzen zwischen den Welten am schwächsten sind.
Kosmische Ströme – Die Essenz des Funkenschlags
Die Kosmischen Ströme sind die ältesten Energien Obscyrias, entstanden direkt aus dem Funkenschlag selbst. Sie durchziehen das Universum und formen das unsichtbare Geflecht, das alle Dinge verbindet. Diese Ströme ermöglichen es, durch den Raum zu reisen, zwischen Traum und Realität zu wandeln und Visionen über das Schicksal von Obscyria zu erhalten. Sie sind besonders stark in den Himmelsportalen von Sternenfluch und an den schimmernden Grenzen Lysernas spürbar, wo sich Zeit und Raum überlagern.
Mondessenzkanäle – Die Ströme der Monde
Neben den fundamentalen Strömen der Schöpfung existieren die Mondessenzkanäle – magische Bahnen, durch welche die Essenz der Monde in Obscyria fließt. Diese Kanäle sind mit der Struktur der Welt verwoben und transportieren die pure Magie der Monde, die als zweitstärkste Form von Magie in Obscyria gilt. Die Mondessenz durchdringt die Nebeladern, Schattenströme und kosmischen Ströme, verstärkt sie oder verändert ihre Natur je nach der Mondphase. Die Monde sind keine bloßen Himmelskörper, sondern lebendige Katalysatoren, die das Gleichgewicht der Magie formen und ihre Ströme mit jeder ihrer Bewegungen lenken.
Die Nebeladern, Schattenströme, Kosmischen Ströme und Mondessenzkanäle sind das pulsierende Herz der magischen Strukturen Obscyrias – die eine geboren aus der Klarheit Lysernas, die andere aus der Finsternis Scherbenfalls, während die Kosmischen Ströme die unermessliche Weite des Funkenschlags bewahren und die Mondessenzkanäle die direkte Verbindung der Monde zur Welt aufrechterhalten. Ihr Wechselspiel hat Einfluss auf das Gleichgewicht der Welt und bestimmt die Pfade der Mächtigen und Suchenden gleichermaßen.
Die Schwelle der Ewigkeit
Zwei Urmächte, die sowohl innerhalb als auch außerhalb von Obscyria existieren, formen den Fluss von Bestimmung und Realität. Sie sind Grenzpfade zwischen Sein und Unendlichkeit, Prüfungen und Verheißungen gleichermaßen.
Der Schleier Eryndorn
Ein uraltes, allgegenwärtiges Bewusstsein aus Dunkelheit und Vergessen, das sich durch die Risse der Realität windet. Es verbirgt nicht nur Pfade, es löscht sie aus Geist und Geschichte. Nur jene, die alles opfern, können einen Blick jenseits des Schleiers erhaschen.
Der Schwarze Strom Vel’taryss
Kein Ort, sondern ein Zustand aus metaphysischem Zerfall, kosmischer Erkenntnis und ungebändigtem Potential. Er ist der erste Schatten der Schöpfung, ein endloser Strom aus Chaos, Erinnerung und Verheißung. Vel’taryss gewährt die Macht, die Wirklichkeit zu verformen, doch zu einem schrecklichen Preis: Zerfall von Körper, Geist und Seele. Diejenigen, die von ihm berührt werden, kehren als wandelnde Fragmente eines kosmischen Irrtums zurück.
Vel’taryss ist kein Fluss im herkömmlichen Sinn, sondern eine allgegenwärtige Strömung jenseits von Zeit und Form, die durch alle Welten dringt und in der Stille zwischen dem Kosmos wartet.
Blutgebundene – Das Opfer als Pfad zur Ewigkeit
Blut ist nicht einfach nur eine Flüssigkeit in Obscyria, sondern eine kosmische Kraft, ein Medium, das über das Körperliche hinausgeht. Es verbindet, formt und beeinflusst die Realität. Die Blutmagie ist kein dunkles Ritual, sondern ein Pfad zur Erkenntnis, zur Verschmelzung mit den Kräften des Kosmos und zur Entfaltung der eigenen Existenz über Fleisch und Knochen hinaus. Es ist mehr als Lebenssaft, es ist Sprache, Ritual, Essenz. Die Blutgebundenen verstehen dies besser als jedes andere Volk. Sie sind nicht nur Magier oder Krieger, sondern Träger uralter Linien, die bis zu den ersten Tropfen reichen, die auf den Boden Obscyrias fielen.
Jeder Blutgebundene gibt einen Teil seiner selbst, um Macht zu gewinnen. Ihre Rituale verlangen Opfer, ihre Zauber kosten Essenz, und jeder Zauber hinterlässt Narben, sowohl im Fleisch als auch in der Seele. Doch darin liegt ihre Würde und ihr Stolz, denn durch Schmerz erkennen sie Wahrheit, und durch Blut formen sie Wirklichkeit.
Obwohl viele sie fürchten, suchen nicht wenige ihr Wissen, um verlorene Pfade wiederzufinden oder verborgene Rätsel zu entschlüsseln. Denn wo andere nur Dunkelheit sehen, erkennen die Blutgebundenen Möglichkeiten. Sie sind Archivare des Opfers und Schmiede der Essenz, ein lebendes Gedächtnis, das in jeder Rune, in jedem Tropfen weiterbesteht.
Velarun – Die wandelnden Schatten Obscyrias
Die Velarun sind die vergänglichen Wesen Obscyrias, geboren aus Nebel, Blut, Licht und Schatten. Sie wandeln auf den zerbrechlichen Pfaden zwischen den Welten und tragen in sich das Flüstern der Monde, das Rauschen der Nebel, das Echo vergangener Zeitalter.
Unter ihnen entfaltet sich eine unermessliche Vielfalt an Völkern, die jede Facette der Welt widerspiegeln und formen: Die Seelenweber aus Schattensang mit ihren Kristallgedächtnissen. Die Gezeitenrufer von Tiefenstille, deren Stimmen selbst den Ozean lenken. Die Nachtweber aus dem Dschungel, deren Schatten die Träume durchbohren. Die Glut’shaar mit ihrer elementaren Vielfalt und ihrem drakonischen Erbe. Die Fahlherz aus den vergessenen Ruinen, die das Totenwissen bewahren. Die Moorfluch, die zwischen Wasser und Land wandeln und mit dem Gezeitengeist sprechen. Die Shal’raith, die Wächter des Gleichgewichts aus Licht und Dunkelheit. Die Shaedan, die Flüsterer der Nebelpfade, die mit der Vergangenheit sprechen. Die Fadensänger, die Traumwirkenden aus Nebel und Fäden.
Doch ob Nebelwanderer, Blutpriester oder Lichtträger, alle sind sie Velarun, verbunden durch ihre Sterblichkeit, durch ihre Gabe, Magie zu berühren, und durch ihre Suche nach Bedeutung im ewigen Tanz der Sphären. Sie sind die Erzähler und Erinnerer, die Kämpfer und Bewahrer, das atmende Herz Obscyrias, das in jedem Schatten eine Geschichte trägt.
Vaelkar – Die Blutgeborenen von Scherbenfall
In den zersplitterten Schattenlanden von Scherbenfall wandeln die Vaelkar, Wesen, die aus der Essenz reinen Schattens und uraltem Blut geformt wurden. Ihre Körper tragen das Siegel der Uralten Schatten, durchzogen von glühenden Linien dunkler Macht, die wie flüsternde Narben über ihre Haut kriechen. Jede Ader pulsiert im Takt eines unheilvollen Liedes, das nur sie hören können: ein Lied der Finsternis, von uralten Stimmen gesungen.
Die Vaelkar sind keine sterblichen Wesen im herkömmlichen Sinn, sie sind ein Vermächtnis der Finsternis, geschaffen, um die Gesetze der Welt zu durchbrechen. In ihrer Gesellschaft ist jedes Wort ein Eid, jedes Ritual ein Band, das Blut und Schatten vereint. Sie sprechen nicht von Herkunft, sondern von Erbe. Und dieses Erbe ist unauslöschlich.
In der Legende der Völker gelten die Vaelkar als Spiegel der Verdorbenheit und der Erhabenheit zugleich. Sie sind jene, die aus der Tiefe aufsteigen, geformt von der Leere und durchdrungen vom Willen der Dunkelheit. Ihre Rituale führen sie an die Ränder des Wahnsinns, wo sie die Essenz des Lebens entkleiden, um daraus Macht zu weben. Und dennoch liegt in ihnen eine ästhetische Grausamkeit, ein Stolz, der ihnen eine übergeordnete Erhabenheit verleiht, als wären sie selbst ein verlorenes Kapitel der Schöpfung.
Lysarith – Das Leuchtende Erbe von Lyserna
Wenn das Licht durch die Nebel Lysernas fließt, erwachen die Lysarith, die Blutgeborenen von Lyserna. Sie sind keine Geschöpfe aus gewöhnlichem Gewebe, sondern Funken in der Dämmerung geformt aus Träumen, Erinnerung und dem goldenen Blut des Lichts. In ihren Augen tanzen die Farben des Dämmertraums, und ihre Stimmen klingen wie ferne Lieder aus verlorenen Zeiten.
Die Lysarith sind Wanderer zwischen den Gedanken, Alchemisten des Erinnerns. Ihre Seele ist mit der Welt nicht durch Raum verbunden, sondern durch Schwingungen aus Zeit und Licht. Wo sie gehen, verweben sich Träume und Wirklichkeit, und ihre Gegenwart erhellt selbst die dunkelsten Orte mit einer stillen, träumerischen Wärme.
In der Legende der Velarun gelten sie als das leuchtende Gegenstück zu den Vaelkar. Doch ihr Licht ist nicht makellos es trägt das Wissen um Vergänglichkeit und die sanfte Trauer vergangener Welten. Ihre Aufgabe ist nicht zu herrschen, sondern zu erinnern. Sie bewahren das, was andere vergessen würden, und sind zugleich Chronisten und Wegweiser, durch das Flüssige der Zeit wandelnd.
So sind sie die Lysarith: Echo des Lichts, Träger verlorener Namen, Essenz der Nebel, in deren Herzen das Leuchten von Elarion weiterbrennt.
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14 Zyklen der Wandlung, jeder gewoben aus 26 Schleiertagen, gemeinsam formen sie das Gewebe eines Zeitfadens
- Jeder Zyklus der Wandlung besitzt eigene magische, ökologische und kosmische Eigenschaft.
Zeitmessung in Obscyria:
- Flüsterchroniken: Die Zeit wird in „Flüstern“ gemessen, subtile Strömungen der Realität, die große Ereignisse markieren.
- Lunarische Zyklen: Die Monde bestimmen den Wandel, ihre Konstellationen sind Schlüssel zu Wissen und Gefahr.
- Nebelwellen: Magische Strömungen verändern Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichermaßen.
- Kosmische Resonanz: Die tiefsten Ströme des Universums reflektieren sich in Obscyria. Große Umbrüche sind nicht nur lokal, sondern Teil eines weit größeren Musters.
- Arkanfluss: Magie beeinflusst nicht nur Wesen und Orte, sondern auch das Zeitgefüge selbst. Starke magische Eruptionen können Zeitalter verzerren, Zeitfenster öffnen oder Ereignisse tief in den Nebel der Möglichkeiten einweben.
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Zyklus der Wandlung
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Wirkung & Besonderheit
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Nebelhauch
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Allgegenwärtiger Nebel legt sich wie ein lebendiges Wesen über die Welt. Pflanzen leuchten sanft im Dunst, Pfade verschwinden im Flüstern der Stille.
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Dämerschleier
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Die Wälder schimmern in träumerischem Farbspiel. Tiere verschwinden in den Schatten, als spürten sie eine kommende Veränderung.
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Lunaria
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Magie blüht mit den Pflanzen, deren Essenz silbernes Licht ausstrahlt. Kreaturen des Mondes tanzen zwischen den Schleiern.
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Schattenblut
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Die Luft ist schwer von Bedrohung. Raubwesen jagen im Rudel, und Schutzzauber flackern wie sterbende Sterne.
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Nachtflut
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Das Wasser erwacht, leuchtende Algen wie Sternenstaub, Kreaturen mit silbernen Augen ziehen durch die Gewässer. Sie bringen Wahrheit oder Verfall
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Zwielichtfall
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Licht verliert an Kraft, Schatten werden zu Gestalten. Illusionen flackern zwischen Realität und Wahnsinn.
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Flüsterkristall
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Stimmen in Kristallform erwachen. Tiere imitieren Worte, Erinnerungen hallen in klaren Tönen durch die Luft.
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Schattenfall
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Die Dunkelheit erhält Form. Pflanzen verändern ihre Struktur, als würden sie träumen. Schatten beobachten schweigend.
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Mondasche
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Feine Asche fällt lautlos vom Himmel. Untote wandeln durch graue Nebel, getragen von längst verlorenen Namen.
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Sternenklang
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Der Himmel summt. Kosmische Ströme durchziehen das Land, und manche Pflanzen singen in vergessenen Sprachen.
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Finsterniskrone
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Eine schwarze Ruhe breitet sich aus. Nur wenige Wesen bewegen sich – jene, die im tiefsten Dunkel geboren wurden.
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Himmelsfrost
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Die Welt erstarrt in kristallener Schönheit. Eisgeister tanzen durch den Wind, während alles Lebendige innehält.
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Schleiernacht
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Geräusche brechen wie Glas, Licht wird zu Schleiern. Unsichtbare Wesen durchstreifen die Grenzen der Wahrnehmung.
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Ewigdämmerung
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Zeit zerfließt. Licht und Dunkelheit kämpfen stumm, und Leben pulsiert im unentschlossenen Flackern der Welt.
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Der Kreis der Schleiertage – 6 Flussphasen der Wirklichkeit
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Schleiertag |
Bedeutung |
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Lunir |
Licht der Monde – Weissagung, Erkenntnis |
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Umbra |
Schatten im Nebel – Tarnung, Vergessen |
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Thalyss |
Nacht der Stille – Meditation, Übergang ins Jenseits |
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Veilith |
Tag des Schleiers – Enthüllung, Realitätsverzerrung |
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Dämmeron |
Zwischen Licht und Schatten – Entscheidung, Vision |
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Nebor |
Atem der vergessenen Pfade – Wandel & Unsicherheit |
Die atmenden Schleier – Nebel und Schatten
- Nebel speichern Zeit – Sie fließen wie vergessene Lieder durch das Gewebe der Welt. In ihrem Innersten liegen zerbrochene Momente, die erneut betreten – oder nie verlassen wurden.
- Schatten konservieren Erinnerung – Jede Bewegung wirft einen Schatten, doch manche flüstern noch, lange nachdem ihr Ursprung verstummt ist. Erinnerung wird Gestalt, beobachtet dich – und wartet.
- Verlorene Splitter – Fragmente der Zeit, verschluckt vom Dunst zwischen den Sphären. Niemand kennt ihren Anfang, niemand wird ihr Ende bezeugen.
- Schleierzeit – Wenn die Schleier fallen, beugt sich die Wirklichkeit. Geschichte zerspringt zu Staub, und selbst die Sterne schweigen. Kein Pfad ist sicher, kein Ich bleibt unberührt.
Zeit fließt in Obscyria nicht linear.
Sie kehrt zurück, verzweigt sich, überlagert sich und verschwindet.
Die sogenannten Zeitalter sind keine Abfolge von Vergangenheit und Zukunft. Sie sind Zustände, Pfade und Resonanzen im Gewebe der Wirklichkeit, die sich öffnen, verschließen und ineinander verschieben. Kein Zeitalter ist abgeschlossen. Keines ist endgültig vergangen.
Der Kosmos selbst formt die Strukturen der Zeit, indem er durch die Monde, Nebel und Schatten von Obscyria fließt. Doch ebenso spielt Magie eine essenzielle Rolle. Sie ist der lebendige Puls, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verwebt. Magische Ströme beeinflussen das Verständnis von Zeit, verschieben Realitäten und lassen die Grenzen zwischen Zeitaltern verschwimmen. Jedes Zeitalter ist ein Echo der magischen Energien, die durch das Gefüge des Universums wandern, gelenkt von Kräften, die über das Verständnis sterblicher Wesen hinausgehen.
Zeitalter überlagern einander, flüstern durch Risse im Schleier und brechen dort hervor, wo Erinnerung, Magie und kosmische Ströme aufeinandertreffen. Was einst war, kann wiederkehren. Was noch nicht geschah, kann bereits Spuren hinterlassen haben.
Die Lunariswächter wandeln durch diese Zustände als Suchende. Nicht gebunden an eine Epoche, sondern an das Flüstern dessen, was war, was sein könnte und was gleichzeitig existiert.
In Obscyria ist der Himmel mehr als Orientierung.
Er ist Spiegel und Pfad zugleich.
Kosmische Ströme aus Nebel, Licht, Schatten und Sternenstaub durchziehen das Firmament. Sie zeigen Wege durch Raum und zugleich Wege durch das Innere. Jeder dieser Ströme existiert auf zwei Ebenen: sichtbar am Himmel und spürbar im Wesen der Velarun.
So wird der Blick nach oben zur inneren Landkarte. Nicht Norden und Süden bestimmen den Weg, nicht feste Achsen oder Grenzen, sondern Resonanzen. Zustände des Seins, die sich verändern, verschieben, widersprechen dürfen.
Wer durch Obscyria reist, folgt keinen Koordinaten. Er folgt dem, was in ihm schwingt.
Der Himmel ist kein neutrales Firmament.
Er reagiert.
Er erinnert.
Und er zeigt jedem, was er zu tragen vermag.
In Obscyria fließt Blut nicht nur durch Adern, es fließt durch Realitäten. Jede Form trägt die Signatur einer uralten Kraft, geformt aus Resonanzen der Sphären und den Schatten der Erinnerung. Diese Blutformen sind urmagische Essenzen, geboren aus der Tiefe der Welt selbst, genährt von kosmischen Strömen und der Geschichte ihrer Träger.
Nebulablut Name: Nerythûn
Pulsierend wie Sternennebel, ein flüssiger Kosmos. Es symbolisiert Unendlichkeit, Schöpfung und das Bewusstsein jenseits körperlicher Grenzen. Es berührt auch astrale Bahnen und dämmernde Traumräume, ohne sich an sie zu binden. Wesen mit Nebulablut sind Träumer aus Licht und Leere, gebunden an kommende und vergangene Visionen.
Karminblut Name: Sangkar
Glühend wie geschmolzenes Erz, es brennt mit roher Energie. Karminblut steht für Instinkt, Zorn, Überleben und ungebrochene Lebenskraft. Jeder Tropfen ist ein Schrei nach Sein in einer Welt aus Schatten.
Schwarzblut Name: Umbryx
Dunkler als jede Nacht, es trägt die Schleier zwischen den Sphären in sich. Es ist nicht böse, sondern ein Portal. Schwarzblut kennt die vergessenen Namen und trinkt aus der Stille zwischen den Welten.
Arkanblut Name: Aethralis
Bläulich fluoreszierend, reines ätherisches Blut, in dem Magie selbst pulsiert. Die Körper derer, die es tragen, sind keine Gefäße mehr, sondern Webstühle reiner Realität. Zauber entfalten sich wie Atemzüge.
Violettblut Name: Velyrûn
Ein Strom aus Illusion und Schicksalsbiegung. Violettblut lässt Realität tanzen, verändert Pfade, verwischt Wahres mit Möglichem. Wer es trägt, berührt die Fäden der Entscheidung.
Kristallblut Name: Prismaryn
Durchscheinend mit prismatischem Kern. Es ist Struktur, Ordnung, Ewigkeit. Kristallblut widersteht dem Chaos nicht mit Gewalt, sondern mit vollkommener Form.
Schattenblut Name: Tenebrael
Verdichtet, absorbierend, fließend wie Schatten selbst. Es löscht Licht nicht, sondern trinkt es. Schattenblut verwebt Präsenz und Abwesenheit zu einem einzigen Dasein.
Lebendiges Blut Name: Hemethys
Es denkt. Es fühlt. Es erinnert sich. Es verlässt den Körper, wenn es will, und kehrt nur zurück, wenn es anerkannt wird. Diese Essenz besitzt einen eigenen Willen, älter als Fleisch, fremder als Geist.
Grablichtblut Name: Sepularyn
Blassblaues Seelenlichtblut. Es leitet Seelen und lenkt Flüche, zieht Wärme aus der Luft und setzt Anker in die Schluchten der Erinnerung. Wo es wirkt, dünnt der Atem der Welt aus, und Wege zwischen Nähe und Jenseits flackern wie ferne Lichter.
Mondlichtblut Name: Selênyth
Silbern schimmernde Essenz, kühl und leise. Sie atmet im Takt der Monde, wächst und ebbt mit ihren Phasen, lenkt die Gezeiten der Magie und bindet Eide an Spiegelungen. In ihrem Schein klären sich Wege, die nur bei Nacht existieren.
Nebelstromblut Name: Sythrel
Milchig und weich, von innerem Dunst durchzogen. Es verschleiert Ränder, öffnet Nebelpfade und lässt Berührungen zu Erinnerung werden. Atem wird kühl, Schritte werden lautlos, Orte lösen sich zu Zwischenräumen.
Lysernablut Name: Aurelyss
Irisierend in pastellen Regenbogenfarben. Es bricht Licht zu weichen Spektren, beruhigt Wunden der Zeit und trägt Erinnerung wie sanfte Ströme. Aurelyss spannt leise Brücken zwischen Möglichkeiten und lässt Wahres ohne Blendung erscheinen.
Scherbenfallblut Name: Vaelcryth
Pure Verdammnis in Essenzgestalt. Aschgrau mit dunklen Adern, scharf wie Glas. Es vernarbt Wesen und Rituale, bindet Flüche endgültig und lässt Wirklichkeit am Rand ausfransen. In seiner Nähe splittern Pfade, und Entscheidungen erstarren zu Kanten.
Diese Blutformen sind keine Werkzeuge, sondern Offenbarungen. Ihre Anwesenheit verändert nicht nur das Wesen, das sie trägt, sie verändern Obscyria selbst. Denn in jedem Tropfen schlägt die Möglichkeit einer neuen Wahrheit.
Obscyria kennt keinen festen Wechsel von Tag und Nacht. Was andere Welten als Tag bezeichnen, heißt hier Mondflut; was sie Nacht nennen, ist der Dämmerfall. Beides sind keine Zeiten, sondern Zustände des Leuchtens, geboren aus der Konstellation der Monde, dem Atem des Kosmos und der Art, wie das Zwielicht durch den Schleier fällt.
Das Licht dieser Welt ist niemals grell. Es ist ein durchgehendes, magisch getränktes Leuchten, das sich wandelt, ohne je zu erlöschen. Mondnah, kosmosberührt, im Nebel gebrochen. Alles ist sichtbar genug, um Pfade zu erkennen, und zugleich verhüllt genug, um Geheimnisse zu bewahren. Schatten sind hier keine Abwesenheit von Licht, sondern Träger von Erinnerung und Bedeutung.
Der Übergang zwischen Mondflut und Dämmerfall folgt keinem Zeitmaß, sondern dem Zyklus der Wandlung. Vierzehn solcher Zyklen, jeder gewoben aus Schleiertagen, formen den Zeitfaden Obscyrias. Jeder Zyklus trägt eigene ökologische, magische und kosmische Prägungen, die bestimmen, wie die Welt atmet, ruht oder sich verformt.
Zeit wird daher nicht gezählt, sondern gelesen: in den Flüsterchroniken, die große Umbrüche markieren, in den lunarischen Zyklen, deren Konstellationen Wissen und Gefahr offenbaren. In Nebelwellen, die Vergangenheit, Gegenwart und Möglichkeit zugleich verschieben und in der kosmischen Resonanz, die Obscyria als Teil eines weit größeren Musters erkennen lässt.
Wenn der Arkanfluss anschwillt, krümmt sich selbst das Zeitgewebe. Zeitalter dehnen sich, Schleierfenster öffnen sich, und Ereignisse verweben sich neu. So fragen die Velarun nicht, wann etwas geschieht, sondern in welcher Mondflut, welchem Dämmerfall und welchem Zyklus der Wandlung die Welt gerade spricht.
Sie sind uralte Entitäten, tief mit den Schleiern der Realität verbunden. Sie existieren jenseits der Grenzen von Leben und Tod und formen Wirklichkeit in allen Strömen von Licht, Schatten, Nebel und kosmischer Essenz. Sie sind in das Geflecht der Dimensionen verwoben. Jeder Nyharim trägt ein eigenes Urmandat, eine singuläre Wesensbahn. Sie sind Obscyria, so einzigartig wie die Welt selbst, und dennoch unterscheiden sich ihre Macht und ihr Einfluss. Manche tragen Hüllen aus Fleisch, Nebel, Schatten, Licht, Asche, Kristall, Wasser oder Erinnerung. Andere kleiden sich in astrale Essenz, kosmische Tiefe, träumenden Verfall oder dem Zwischenraum der Sphären. Sie antworten auf Resonanz, auf den inneren Schwur einer Entscheidung und auf den Preis, der in Zeit, Namen und Erinnerungsfarben entrichtet wird. Sie lesen im Echo des Willens, in Fäden und Schleiern, im leisen Beben der Essenzen.
Wesen und Ursprung: Sie tragen keinen Anfang und kein Ende. Sie entstehen dort, wo Essenzen aufeinanderprallen, wo Erinnerung zu Gewicht wird, wo Namen zu Pfaden gerinnen. Die Nyharim sind nicht zu verehren, sie sind zu begreifen. Wer versucht sie zu besitzen, verliert sich selbst.
Erscheinung und Zeichen: Die Nyharim zeigen sich selten direkt. Sie sprechen in Temperaturstürzen, in stillen Räumen ohne Echo, in Spiegeln deren Atem beschlägt. Zeit verzieht sich, Tinte steigt aus Zeilen und fließt zurück in die Feder, eine Kerze brennt schweigend und wirft Schatten gegen das Licht. Frost zeichnet Runen über Stein, Staub ordnet sich zu Glyphen, Wasser perlt aufwärts und verhärtet zu Glas. Luft schwingt ohne Wind, metallene Oberflächen singen, Haar richtet sich bei ungesagten Namen. Manche erscheinen als Silhouetten im Augenwinkel, andere als Muster in Sand, Eis oder Blut, als Sternenflimmer in geschlossenen Räumen oder als Risse, die nicht im Stein, sondern im Blick verlaufen. Ihr Reden ist kein Klang, es ist Xarûn, die gedachte Resonanz der Sphären, vernommen mit der inneren Haut.
Berührung der Welt: Wo ein Nyharim verweilt, ändern sich Wahrscheinlichkeiten. Erinnerungen werden scharf wie Klingen oder bröseln zu Staub. Alte Schwüre erwachen, neue Wege öffnen sich einen Atem lang und schließen sich wieder. Heilung kann wie ein Fieber wirken, Erkenntnis wie Frost. Nichts bleibt folgenlos.
Pakte und Preis: Ein Pakt mit einem Nyharim ist keine Unterzeichnung, sondern eine Verschiebung. Der Preis ist selten Gold. Er ist Zeit aus deiner Zukunft, ein Name aus deiner Herkunft, die Farbe einer Erinnerung, das Lachen eines Kindes in einem anderen Leben. Der Handel endet nie vollständig, er ruht nur.
Grenzen und Schutz: Kein Kreis hält sie absolut auf, doch manche Muster stören ihre Ströme. Unvollständige Runen, Spiegel die sich gegenseitig sehen, Blut das nicht vergisst. Stille hilft, aber nur wenn sie wahr ist. Lügen sind wie Feuerholz, sie knacken und verraten dich.
Ordnungen der Nyharim
Nyharim des Schleiers Zeitlose Höchstentitäten der Schleiermagie. Verbunden mit den fundamentalen Kräften, fähig die Realität selbst zu beeinflussen. Ziele und Maßstäbe bleiben undurchschaubar.
Nyharim der Asche Aufgestiegene Schatten, einst sterblich, durch Essenz und Rituale erhoben. Mächtig, doch nicht unbegrenzt. Wandelnd zwischen den Welten, bewahrend oder zerstörend nach eigenem Maß.
Nyharim der Flüsternden Leere Unerkannt unter den Velarun. Tarnen ihre Essenz, sammeln Wissen, bewahren still das Gleichgewicht. Manchmal reißt die Leere an ihnen und zersetzt ihre Identität.
Bekannte Ströme der Nyharim des Schleiers:
Nyharim der Dämmerung: Hüter der Übergänge zwischen Licht, Dunkelheit, Nebel und Sternenzwielicht. Sie wahren Gleichgewicht und prüfen Grenzgänger.
Nyharim des Chaos: Entitäten der Entropie und des Bruchs. Sie lösen starre Muster, verschieben Grenzen und erzwingen Wandel, wo Stillstand die Welt erstickt. Veränderung ist ihr Prüfstein, nicht Strafe.
Nyharim der Schicksalsfäden: Architekten des Gewebes aus Eiden, Namen und Zeit. Sie binden Pfade, lösen Knoten, verknüpfen Wege.
Nyharim der Schleierwelten: Wanderer der Zwischenräume. Ihre Echos berühren Spiegel, Schatten und Träume.
Nyharim der Letzten Wahrheit: Stimmen des Abgrunds zwischen Sein und Vergessen. Ihre Offenbarungen formen oder zerbrechen.
Annäherung und Warnung: Es gibt keine Riten die sie herbeizwingen. Folge Spuren, rufe nicht. Sprich nur Wahrheiten die du tragen kannst. Antworte langsam wenn die Stille zurückspricht. Gib nichts fort dessen Verlust dich zerbricht. Alles kehrt wieder, selten in derselben Gestalt.
Rolle im Gefüge Obscyrias: Die Nyharim sind die höchsten Entitäten Obscyrias. Wo Völker ihre Geschichten leben, schreiben Nyharim die Furchen darunter. Ihre Gegenwart erklärt warum Moral in Obscyria atmet und jeder Pfad zugleich Verheißung und Warnung bleibt.
Resonanzen der Essenz & Fortpflanzung in Obscyria
„Nicht Fleisch noch Form gebiert das Leben, sondern das leise Klingen der Essenz im Schleier.“
Grundsatz
In Obscyria existieren Erscheinungen, die von Außenstehenden als männlich oder weiblich gedeutet werden, doch sie sind keine Geschlechter im biologischen Sinn. Es gibt keine typischen Geschlechtsmerkmale, keine körperlichen Organe, die Fortpflanzung bedingen. Was als „männlich“ oder „weiblich“ erscheint, ist eine Resonanz der Essenz, eine konstante Signatur, die das innere Muster eines Wesens widerspiegelt.
Diese Essenz-Resonanz ist stabil und ändert sich nicht willkürlich. Sie bildet sich durch Kaeryth (Essenzpfad), Herkunft des Schleiers und gelebte Machtströme und bleibt als dauerhafte Prägung bestehen.
Eine Wandlung der Resonanz ist nur in äußerst seltenen, rituell geführten Essenz-Umbrüchen möglich (z. B. durch alte Schwüre, Kaeryth-Wechsel oder weltprägende Ereignisse) und gilt als heiliges Mysterium – nie als Laune.
Zur sprachlichen Präzision in Velryss:
Kaelûn (Velryss): expansiv-leitende Resonanz (von Außen oft als „männlich“ missverstanden)
Nerath (Velryss): umschließend-verdichtende Resonanz (von Außen oft als „weiblich“ missverstanden)
Beide Resonanzen sind gleichwertige Essenzmuster, keine sozialen Rollen und keine Grundlage für Hierarchien.
Fortpflanzung: Akte der Essenz (nicht der Biologie)
Fortpflanzung in Obscyria ist ein magisch-essentieller Vorgang. Sie verlangt keine körperliche Vereinigung, sondern Bindungen, Webungen und Manifestationen. Die scheinbaren Geschlechterresonanzen können symbolische Rollen in Riten einnehmen (z. B. als Leit- und Hüllsigille), sind jedoch nicht notwendig und nie exklusiv.
1) Essenzteilung – Kel’Shyra (Teilung der Funken)
Ein Wesen sondert Fragmente seiner Essenz ab, die in Kokons reifen. Rituale der Bewahrung (Nachtglas, Nebelrunen) führen die Splitter zusammen, bis ein neuer Velarun erwacht.
Symbolik: Kaelûn als Zündsigille (Impuls), Nerath als Bindsigille (Hülle) – austauschbar.
2) Seelenfusion – Veyl-Anor (Zweisang der Seelen)
Zwei (oder mehr) Essenzen verschmelzen temporär. Aus der Überlagerung entsteht eine neue Seele, die sich Körper formt (Kristall, Schattenfleisch, Nebelgestalt).
Symbolik: Resonanzen dienen als Gegenklang zur Harmonisierung der Matrix.
3) Ritualistische Erschaffung – Sangrel (Blut-/Schattensakrament)
Durch alte Riten – Blutessenz, Schattenfeuer, Mondgelyr – wird Leben geformt. In Scherbenfall von Draen binden Vaelkar Essenz und Schatten, um neue Krieger oder Hüter zu erheben.
Symbolik: Sigillenpaare (Leit / Hüll), unabhängig von Kaelûn/Nerath-Zuordnung.
4) Biometamorphose – Nymbra (Wandel im Lebendigen)
Statt Geburt erfolgt eine Metamorphose: ein bestehendes Wesen häutet Essenz und Form, bis daraus eine neue Individualität hervorgeht (z. B. Strömungs-Kammern der Gezeitenrufer).
Symbolik: Strömungsrunen; Resonanzen schützen, nicht bestimmen.
5) Gedankenmanifestation – Nocth’Weave (Traumwebung)
Nachkommen werden aus Träumen, Albträumen und Schattenbildern gewebt, bis Idee zu Wesen gerinnt (Nachtweber-Ateliers der Tiefträume).
Symbolik: Chor aus Erinnerungssplittern; Resonanzen als Anker gegen Traumzerfall.
6) Natürliche Reinkarnation – Echoryth (Rückkehr im Kristall)
Langlebige Völker lösen sich in Essenz und kehren in Kristallen, Runensteinen oder Mondstein-Gefäßen wieder. Fragmente alter Erinnerungen fließen als Erbe in die neue Gestalt.
Symbolik: Hütersiegel der Erinnerung; Resonanzen konservieren Pfad-Identität.
7) Schleierbindung – Vel’Nyra (Geburt aus dem Nebel)
Unter seltenen Schleierdichten manifestieren sich Wesen direkt aus Nebel und Licht. Ein lebendes Mysterium, das Spuren der Erschaffer-Essenz trägt, ohne deren Form zu wiederholen.
Symbolik: Nebelsicheln und Spiegelglyphen; Resonanzen stimmen den Schleier.
Monde & Kosmen: Konduktoren der Geburt
Die Monde Obscyrias, inklusive des Kosmischen Leuchtens, wirken als Taktgeber für Essenzgeburten:
Dämmermond nährt Kokons und Essenzgärten (Reifung von Essenzkokons); Nachtschwinge stärkt Traumgeburten und stabilisiert Nocth’Weave-Matrizen; Schattenmond bindet Seelen an Gefäße und festigt Reinkarnationspfade (Echoryth); Verdammnismond entzündet blutmagische Riten und schärft Sangrel-Sigillen; Nebelsichel verdichtet Schleierbindungen (Vel’Nyra) und erleichtert Nebelmanifestationen; Sternenruf öffnet die Pfade der Prophezeiung, markiert Auserwählte und begünstigt astrale Geburten; Kosmisches Leuchten überschreibt Muster des Schleiers und ermöglicht einzigartige, nicht an Materie gebundene Manifestationen
Diese Einflüsse weben die Schleierstunden und benennen die Gelyr (Opferzeichen, Runenfäden, Leitestein-Pfade), die im Einklang mit den Monden wirken – doch sie zwingen den Resonanzen keine Rollen auf.
Regeln & Konsequenzen
Keine Biologie, keine Hierarchie: Keine Geschlechtsorgane, keine binäre Pflicht. Resonanz ≠ Rolle.
Stabile Signatur: Die Essenz-Resonanz eines Wesens ist dauerhaft und wandelt sich nur durch seltene, schwere Riten.
Grenzenlose Verbindungen: Fortpflanzung ist essenzbasiert – Verbindungen zwischen Völkern sind möglich, sofern die Matrizen kompatibel sind. Matrizen bezeichnen die inneren Muster der Essenz, die wie Resonanz-Gitter wirken: nur wenn ihre Schwingungen harmonieren, kann ein neues Leben gewoben werden.
Keine Kinderzeit: Es gibt keine Kindheit wie in anderen Welten. Neue Wesen genannt: Ny’val erwachen in einer bereits geformten Gestalt – jung, doch vollständig. Ihre „Reife“ liegt nicht im Körper, sondern im Wachsen der Essenz-Erinnerungen.
Rituelle Ökologie: Jeder Fortpflanzungsakt prägt Orte (Nebelhaine, Kristallklüfte, Blutaltare) und hinterlässt Muster im Schleier – kartierbar von Chronisten.
Matrizen: Wie Essenz kompatibel wird
Matrizen sind die unsichtbaren Schleiergewebe, in denen Essenzen gebunden, geordnet und zur Geburt geführt werden. Eine Matrix ist kein Körper, sondern ein Muster aus Klang, Glyphen und Bindungen, das festlegt, wie ein neues Wesen in die Wirklichkeit tritt.
Bausteine einer Veyl‑Matrix (Schleiermatrix):
Leitsigille (Kaelûn): der Impuls, der Öffnung und Bewegung gibt.
Hüllsigille (Nerath): der Mantel, der formt, schützt und verdichtet.
Kaeryth‑Signatur: der Essenzpfad, der Philosophie, Schwächen und Gaben prägt.
Mond‑Kondukt: die beteiligten Monde/Kosmen, die Takt und Schwelle bestimmen.
Trägerform: worin die Geburt gerinnt – Kristall, Nebel, Schattenfleisch, Runenstein u. a.
Eine Fortpflanzung gelingt, wenn die beteiligten Essenzen eine gemeinsame Matrix weben können – nicht weil Körper passen, sondern weil Muster klingen. Darum gilt:
Grenzenlose Verbindungen sind möglich, wenn Leit und Hüll sich nicht auslöschen, die Kaeryth‑Signaturen resonieren und ein gemeinsamer Mond‑Kondukt die Schwelle öffnet.
Wo Muster sich reiben, helfen Brückensigillen (Übersetzungsrunen) oder Drittbindner (z. B. Kristallhüter, Nachtweber‑Chöre), die Frequenzen ausgleichen.
Beispiele
Nebeldämmerung × Schattensang: Nebelsichel + Schattenmond → Schleierbindung mit Kristall‑Trägerform.
Vaelkar × Gezeitenrufer: Verdammnismond + Dämmermond → Sangrel‑Ritus, Trägerform Schattenfleisch, Strömungs‑Runen als Brücke.
Keine „Kinder“ – das Erwachen der Neu‑Geformten
In Obscyria gibt es keine Kinder im irdischen Sinn. Neues Leben tritt nicht als hilfloses Kleinwesen auf, sondern als Neu‑Geformter (Ny’val in Velryss): eine junge Essenz mit vollständiger Form, doch noch unvertieftem Klang.
Stufen des Werdens
Keimklang (Shyr’se) – der erste Laut der Matrix; unsichtbar, nur im Schleier hörbar.
Erwachen (Ny’val) – die Gestalt tritt hervor; Sprache, Instinkt und Pfad sind angelegt, Erfahrung noch dünn.
Vertiefung (Eryndral) – Erinnerung und Macht verdichten sich durch Rituale, Schwüre, Reisen.
Verankerung (Kael’ryn) – die Signatur ruht; das Wesen gilt als „voll erklingend“.
Neu‑Geformte werden geführt, nicht erzogen: Chronisten, Hüter oder Kaeryth‑Älteste binden Erinnerungsfäden, lehren Runen und öffnen sichere Schleierpfade. Zeit wird nicht in Jahren gezählt, sondern in Schleierläufen (Anzahl vollendeter Riten/Wege), sodass Alter eine Tiefe, nicht eine Zahl ist.
Begriffe (Velryss → Übersetzung)
Kaeryth → Essenzpfad
Kaelûn → expansiv-leitende Resonanz
Nerath → umschließend-verdichtende Resonanz
Kel’Shyra → Essenzteilung
Veyl-Anor → Seelenfusion
Sangrel → ritualistische Erschaffung
Nymbra → Biometamorphose
Nocth’Weave → Gedankenmanifestation
Echoryth → Reinkarnation
Vel’Nyra → Schleierbindung
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